Legasthenie & Dyskalkulie in Wien: Alles, was du als Mama/ Papa wissen musst
- Magdalena Griesner
- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Das Kind ist einfach nur faul“ oder „Mathe liegt uns eben nicht in der Familie“ – Sätze wie diese sagen Eltern in Wien oft, wenn die Noten in Deutsch oder Mathematik trotz stundenlangen Übens im Keller bleiben. Doch hinter anhaltenden Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen steckt keine mangelnde Intelligenz, sondern oft eine differenzierte Sinneswahrnehmung.
Als diplomierte Legasthenie- & Dyskalkulietrainerin (EÖDL) begleite ich Familien dabei, den Fokus von den Fehlern zurück auf die Stärken des Kindes zu lenken. Hier erfahren Sie alles über den Weg zur Diagnose und die AFS-Methode.
1. Die Symptom-Checkliste: 7 Anzeichen, auf die Sie achten sollten
Häufig beginnt der Leidensweg unauffällig in der Volksschule. Treffen mehrere dieser Punkte auf Ihr Kind zu?
Buchstabensalat: Buchstaben werden beim Lesen oder Schreiben verdreht (b/d, p/q) oder ausgelassen.
Wort-Erfindungen: Ein Wort wird in einem Text auf drei verschiedene Arten falsch geschrieben.
Stockender Lesefluss: Das Kind rät Wörter eher, als sie zu erlesen, und verliert schnell die Zeile.
Mengen-Rätsel: Bei Dyskalkulie fehlt das Gefühl für Größen. Der Unterschied zwischen 10 und 100 bleibt abstrakt.
Zählendes Rechnen: Ihr Kind nutzt auch in der 2. oder 3. Klasse Volksschule fast ausschließlich die Finger zum Rechnen.
Hausaufgaben-Drama: Die täglichen Aufgaben dauern Stunden, enden in Tränen oder massiver Verweigerung.
Psychosomatische Warnsignale: Bauchschmerzen vor Diktaten oder Mathe-Schularbeiten sowie sinkendes Selbstbewusstsein („Ich bin dumm“).
2. Der Weg zur Diagnose – Legasthenie in Wien: Psychologie trifft Pädagogik
Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine Lernstörung vorliegt, gibt es zwei wichtige Säulen der Abklärung:
Die klinisch-psychologische Austestung (Medizinisch/Klinisch)
In Wien bieten die Schulpsychologie (Bildungsdirektion) oder niedergelassene klinische Psycholog:innen Diagnosen nach ICD-10/11 an. Dies ist oft die Basis für einen offiziellen Nachteilsausgleich.
Das pädagogische AFS-Testverfahren (Gezielte Förderung)
Als EÖDL-Trainerin führe ich den computerunterstützten AFS-Test durch. Dieses Verfahren stellt fest, ob es sich um eine anlagebedingte Legasthenie/Dyskalkulie oder um eine erworbene Lese-Rechtschreibschwäche handelt.
Was wird getestet? Wir messen die Aufmerksamkeit, die Sinnes-Funktionen (z. B. Optik, Akustik, Raumorientierung) und die Fehler im Symptombereich.
Ihr Vorteil: Das Ergebnis ist ein individuelles pädagogisches Gutachten, das genau zeigt, wo das Training ansetzen muss.
3. Kosten & Krankenkasse: Was die ÖGK in Wien übernimmt
Diagnostik: Die klinisch-psychologische Abklärung wird von der ÖGK (oder BVAEB/SVS) übernommen oder teilrückerstattet, wenn die Psychologin einen Kassenplatz hat.
Training: Das pädagogische Training (z.B. nach der AFS-Methode) ist in Österreich meist eine Privatleistung. Es lohnt sich jedoch, beim Finanzamt (außergewöhnliche Belastung) oder bei der MA 40 (soziale Unterstützung) nachzufragen.
4. Rechtliches: Nachteilsausgleich & LRS-Erlass
Wussten Sie, dass Ihr Kind in Wien ein Recht auf Unterstützung hat? Der LRS-Erlass ermöglicht:
Nachteilsausgleich: Mehr Zeit bei Schularbeiten oder die Nutzung von Laptops.
Leistungsbeurteilung: Eine differenzierte Benotung, bei der die Rechtschreibung geringer gewichtet wird.Wichtig: Legen Sie der Schule zeitnah ein fachärztliches oder psychologisches Gutachten sowie mein pädagogisches AFS-Gutachten vor.
5. Warum klassische Nachhilfe oft scheitert
Bei Legasthenie oder Dyskalkulie liegt das Problem tiefer als bei einer reinen Wissenslücke. Klassische Nachhilfe übt nur den Symptombereich (Rechtschreibung/Rechnen). Das EÖDL-Training hingegen schult zuerst die Aufmerksamkeit und die schreib/rechenrelevanten Sinneswahrnehmungen, bevor wir an den Fehlern arbeiten. Nur so kann das Fundament stabilisiert werden.
Fazit: Handeln statt Hoffen
Eine Diagnose ist keine Sackgasse, sondern der Startschuss für eine gezielte Entlastung. Wenn wir wissen, wie Ihr Kind lernt, können wir den Druck aus dem Familienalltag nehmen.
Haben Sie ein Gutachten vorliegen und wissen nicht, wie Sie die Schule einbinden sollen? Oder möchten Sie Ihr Kind mit dem AFS-Test pädagogisch einstufen lassen?
Als diplomierte Trainerin helfe ich Ihnen, Brücken zwischen Kind, Elternhaus und Schule zu bauen. Sollte es finanziell „schwierig" sein, melden Sie sich trotzdem – wir finden eine Löstung.
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