top of page

Hat mein Kind Legasthenie? So findest du es wirklich heraus

10. März
4 Min. Lesezeit

„Mein Kind liest schlecht – was kann ich tun?“„Mein Kind verwechselt b und d – ist das normal?“„Warum schreibt mein Kind alles falsch, obwohl wir üben?

Wenn du solche Gedanken hast, bist du nicht allein. Viele Eltern merken irgendwann:👉 Irgendetwas passt nicht – aber ich kann es nicht genau greifen.

Und genau hier beginnt die Unsicherheit.


Kinder lösen Rätselspiel

Dieser Artikel hilft dir, die typischen Anzeichen wirklich zu verstehen – ohne Fachjargon, dafür mit klarem Blick auf den Alltag deines Kindes.


„Lesen lernen klappt nicht“ – wann ist es mehr als eine Phase?


Viele Kinder tun sich am Anfang schwer. Das ist normal.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen:


  • „braucht noch Zeit“

    und

  • „kommt trotz Üben nicht voran“


Achte besonders auf solche Situationen:


  • Dein Kind liest extrem langsam, auch bei einfachen Wörtern

  • Es errät Wörter, statt sie wirklich zu lesen

  • Es verliert beim Lesen ständig die Zeile

  • Nach dem Lesen weiß es oft nicht, was es gerade gelesen hat


👉 Entscheidend ist nicht ein einzelnes Symptom, sondern das Muster über Wochen oder Monate.


Warum raten manche Kinder beim Lesen plötzlich Wörter, die gar nicht dastehen?


Viele Eltern erleben es: Das Kind liest einen Satz und ersetzt einzelne Wörter durch andere. Auf den ersten Blick wirkt es, als würde es nicht genau hinschauen oder sich nicht genug konzentrieren. Doch oft steckt etwas ganz anderes dahinter.


Der Legasthenie-Forscher Ronald D. Davis beschreibt in seinem Buch „Legasthenie als Talentsignal“ ein interessantes Phänomen: sogenannte Auslösewörter.


Das sind Wörter wie der, die, und, weil, wenn, aber oder von. Im Gegensatz zu Wörtern wie Hund, Baum oder Schokolade erzeugen sie kein klares Bild im Kopf. Während sich viele Kinder unter einem „Hund“ sofort etwas vorstellen können, bleibt bei „und“ oder „weil“ das innere Kopfkino leer.


Gerade bildhaft denkende Kinder geraten dadurch ins Stocken. Sie versuchen, dem Text einen Sinn zu geben, können das Wort aber nicht „sehen“. Die Folge: Sie überspringen es, vertauschen es oder raten einfach.


Das bedeutet nicht, dass diese Kinder weniger intelligent sind. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall. Sie denken sehr kreativ, visuell und vernetzt. Genau diese Stärke kann beim Lesen jedoch zur Herausforderung werden, wenn Wörter auftauchen, die kein Bild auslösen.


Deshalb lohnt es sich, bei Leseschwierigkeiten genauer hinzusehen. Nicht jedes „Falschlesen“ ist Unaufmerksamkeit. Manchmal zeigt es einfach, wie das Gehirn eines Kindes Informationen verarbeitet.


„Mein Kind verwechselt b und d“ – ein klassisches Warnsignal?


Ja – aber nur unter bestimmten Bedingungen.

Viele Kinder verwechseln am Anfang Buchstaben wie:

  • b / d

  • p / q

  • m / n


👉 Das allein ist noch keine Legasthenie.


Auffällig wird es, wenn:

  • die Verwechslungen lange bestehen bleiben

  • sie trotz Übung nicht besser werden

  • dein Kind die Buchstaben auch beim Schreiben nicht sicher abrufen kann


Dann steckt oft mehr dahinter als nur „Unkonzentriertheit“.


„Kind schreibt alles falsch trotz Üben“ – woran liegt das?


Das ist einer der häufigsten und gleichzeitig frustrierendsten Punkte.

Typisch ist:

  • Wörter werden jedes Mal anders falsch geschrieben

  • Regeln werden nicht automatisiert

  • dein Kind schreibt z. B.:


    • „Haus“ → „Hauß“ → „Hous“ → „Hauz“

👉 Das Problem ist hier nicht Faulheit oder fehlendes Üben.


Sondern: ➡️ Die Verknüpfung zwischen Hören, Sehen und Schreiben funktioniert nicht stabil

Deshalb bringt klassisches Üben oft wenig – oder nur kurzfristig.


„Kind liest schlecht – was tun?“ (die ehrliche Antwort)

Der erste Impuls vieler Eltern: 👉 mehr üben 👉 mehr Druck👉 mehr Wiederholung

Aber genau das führt oft zu:


  • Frust

  • Verweigerung

  • Selbstzweifeln beim Kind


Besser ist es, zuerst zu klären:


👉 Warum fällt es deinem Kind schwer?


Denn:


  • Hat es ein Verarbeitungsproblem (typisch bei Legasthenie)?

  • Fehlt eine Grundfähigkeit (z. B. Lautverarbeitung)?

  • Oder ist es einfach noch nicht so weit?


„Woran merke ich, dass mein Kind Legasthenie hat?“


Hier sind die wichtigsten Kombinationssignale:


Beim Lesen:

  • sehr langsam

  • viele Fehler

  • raten statt erkennen


Beim Schreiben:

  • viele, wechselnde Fehler

  • keine sichere Rechtschreibung trotz Übung


Im Verhalten:

  • vermeidet Lesen

  • sagt Dinge wie:

    • „Ich kann das nicht“

    • „Ich bin dumm“

  • wird schnell wütend oder blockiert


👉 Besonders wichtig: Diese Kinder sind oft nicht weniger intelligent – sie verarbeiten Sprache einfach anders.


Und was ist mit Dyskalkulie?


Manchmal taucht parallel eine andere Frage auf:

👉 „Woran merke ich, dass mein Kind Dyskalkulie hat?“


Typische Anzeichen:

  • Probleme mit einfachen Mengen („Was ist mehr?“)

  • Rechnen wird nicht automatisiert

  • Zahlen werden vertauscht oder nicht verstanden


👉 Wichtig: Legasthenie (Lesen/Schreiben) und Dyskalkulie (Rechnen) können gemeinsam auftreten, müssen aber nicht.


„Hat mein Kind Legasthenie?“ – brauchst du sofort eine Diagnose?


Viele Eltern googeln genau das.


Die ehrliche Antwort: 👉 Ein Test kann sinnvoll sein – aber nicht als erster Schritt.

Warum?


Ein Test sagt dir:

  • ob eine Legasthenie vorliegt


Aber nicht immer:

  • warum genau dein Kind Schwierigkeiten hat

  • wie du konkret helfen kannst


👉 Sinnvoll ist ein Test, wenn:


  • die Probleme über längere Zeit bestehen

  • dein Kind leidet oder blockiert

  • Schule und Üben keine Verbesserung bringen


Der wichtigste Punkt (den viele übersehen)


Das eigentliche Problem ist oft nicht das Lesen oder Schreiben.

Sondern:

👉 das Gefühl des Kindes


Wenn dein Kind beginnt zu glauben:


  • „Ich bin schlecht“

  • „Ich kann das nicht“

  • „Ich bin dumm“


Dann wird aus einem Lernproblem ein Selbstwertproblem.

Und genau das solltest du früh verhindern.


Fazit: Woran du erkennst, ob du genauer hinschauen solltest


Du solltest genauer hinschauen, wenn:

  • dein Kind trotz Übung nicht vorankommt

  • typische Fehler lange bestehen bleiben

  • Lesen und Schreiben Stress auslösen

  • dein Kind beginnt, sich selbst abzuwerten


👉 Dann geht es nicht mehr um „mehr üben“.

👉 Sondern darum, anders hinzuschauen und gezielt zu unterstützen.


 
 
 

Kommentare


bottom of page